9 Dinge, die in der Trauer erlaubt sind – und was absolut verboten ist
17. Mai 2021

Falls du gerade ernsthaft darüber nachgedacht hast, was dir in deiner Trauerzeit verboten sein könnte, dann sind meine nächsten Gedanken genau für dich!

Ich habe diese, zugegeben schon sehr provokative Überschrift, gerade deshalb gewählt, weil ich aus eigener Erfahrung weiß, wie unsinnig es ist, wenn du deine Gefühle hinter Masken, und damit meine ich keinen Mund-Nasen-Schutz, verbirgst. Wenn du dir von irgend jemanden vorschreiben lässt, was richtig oder falsch beim Trauern ist. Während meiner Trauerzeit habe ich oft versucht, den Vorstellungen anderer zu entsprechen. Ich redete mir ein, stark sein zu müssen, um meine Umgebung nicht zu belasten. Damit ich die Beerdigung meiner Mama ohne großen Gefühlsausbruch überstand, bin ich am Vormittag der Beisetzung zum Arzt gegangen und habe mir dort ein Beruhigungsmittel spritzen lassen. Und so verlief dieser Tag, oh Wunder, ohne große emotionale Beteiligung meinerseits, wie buchstäblich betäubt. Jahre später habe ich erst realisiert, dass ich mir dadurch auch ein Stück vom bewussten Abschied genommen, mir ebenso ein Teil des Begreifens fehlte. Meine Trauer konnte damals nicht heilen, weil ich sie unterdrückte. Sie hat mich beim Verlust meiner geliebten Oma wieder eingeholt.

Lerne Trauer und Tod einen Platz im Leben zu geben

Wir dürfen erst lernen, was in anderen Kulturkreisen selbstverständlich ist, Trauer und Tod einen Platz im Leben zu geben. Es ist nichts Heldenhaftes dabei, stark zu sein, sondern tapfer seine Gefühle zu spüren und mutig seine Tränen fließen zu lassen. Ich möchte dich zu ermutigen, aktiv deine Trauer zu leben. Sie ist ein Ausdruck deiner Liebe zum vermissten Menschen, wichtig, um den Verlust zu verarbeiten und die Voraussetzung damit dein Herz wieder heilen kann.

Für eine gesunde Trauer habe ich hier kurz meine Gedanken für dich aufgeschrieben:

  • Lass deine Gefühle zu und lebe sie aus. Auch Ohnmacht, Verzweiflung, Wut, Scham, Zorn und Angst gehören dazu. Bekämpfe den Schmerz nicht, sondern lass ihn zu. Weinen ist ausdrücklich erwünscht!
  • Erlaube dir echt zu sein. Wenn es dir gut tut, suche Gesellschaft und rede. Wenn du Stille magst, zieh dich zurück und schweige. Sei ehrlich zu dir und anderen. Sag was du brauchst, und was du nicht möchtest.
  • Nimm dir Raum und Zeit für deine Trauer. Sie richtet sich nicht nach einem Terminplan und hat kein Ablaufdatum. Orientiere dich nicht ungeduldig an Modellen verschiedener Trauerphasen, um diese schnell zu überwinden. Trauer kommt in Wellen und die brechen nach windstillen Zeiten auch mal wieder böig über dich herein.
  • Nimm keine Rücksicht auf die vermeintlichen Erwartungen anderer. Hab kein schlechtes Gewissen, wenn du Angebote ablehnst, Verabredungen absagst oder auch deine Verlusterfahrung zum wiederholten Mal erzählst.
  • Erlaube dir um Hilfe zu bitten, und nimm, wenn du magst, angebotene Hilfe an. Jetzt umsorgt zu werden tut gut.
  • Lass dir deine Trauer nicht vorschreiben, dir weder sagen, wieviel Weinen angemessen, noch wie lange du zu trauern hast. Du musst gar nichts! Du hast ein Recht auf deine eigene, individuelle Trauer! Niemand fühlt und trauert so wie du.
  • Erlaube dir Menschen zu meiden, die dir nicht gut tun. Die, mit Phrasen übers Loslassen, nach vorne schauen oder, das alles wieder gut wird, unachtsam mit dir umgehen. Menschen, die nur über sich und ihre eigenen Trauererfahrungen erzählen, ohne dir mitfühlend zuzuhören.
  • Erlaube dir auch zu lachen, wenn dir danach zumute ist. Du darfst Freude empfinden, dir etwas Gutes tun und dich wohlfühlen. Geh liebevoll mit dir und deinem Körper um.
  • Erlaube dir zu Erinnern. Über und mit dem geliebten Menschen zu sprechen, Dinge aufzubewahren und mit ihm verbundene Plätze aufzusuchen.

Du darfst dir selbstverständlich die Erlaubnis zu noch viel mehr geben.

Fragst du dich jetzt, was in dieser schweren Zeit verboten ist?

Ich denke, ein Verbot gibt es nicht. Aber eins habe ich festgestellt:
„Trauer ist keine Krankheit, aber nicht Trauern macht krank!“

Ich sende dir liebevolle Gedanken vom Meer

deine Petra
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Hallo,

ich bin Petra Magdalena und ganzheitliche Trauerbegleiterin an der schönen Nordseeküste in Büsum. Mit meinen Angeboten von Meerzeit heilt Traurigkeit bin ich hier für Trauernde da.

Von mir für dich

Lass‘ uns austauschen

Mein Anliegen ist es, Sterben & Tod zurück ins Leben zu holen und euch anzuregen, Trauer wieder mehr zu leben. Möchtest du deine Gedanken mit mir teilen?

Petra Dorenburg

Meerzeit heilt Traurigkeit

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